1989: NeXTStep/Mac OS X



Der NeXT Cube

Nach dem furiosen Erfolg des Macintosh zerstritt sich Apples Management 1985 jedoch mit Steve Jobs. Der beschloß den nächsten Computer nach dem Macintosh zu entwickeln, und gründete „NeXT Computer“.

1989 erschien der „NeXT Cube“ mit dem Mach/BSD basierten Betriebssystem NeXTStep. Das Kistchen war seiner Zeit mal wieder voraus: Motorola 68000 CPU 25/33MHz, serienmäßiges 250MB MO Laufwerk (ein wenig fehlerträchtig, weil es eine absolute Neuheit war), ein DSP (Motorola 56001) zur Soundgenerierung, Postscript zur Ansteurung des 1120×832 großen Bildschirms und das ganze gesteckt in einen schwarzen Würfel von frogdesign und mit einem 10.000$ Logo NeXT von Paul Rand versehen, der auch schon das IBM Logo mit den horizontalen Streifen entworfen hatte.

Eine tolle Kiste. Allerdings lag der Preis bei 6500$ und so hoffte man den NeXT Cube zunächst an Universitäten verkaufen zu können. In der Tat erblickte das World Wide Web (WWW) auf einem NeXT Computer am schweizerischen CERN das Licht der Welt.

Die Software: Wie beim Lisa und Mac wurde wieder eine neue objekt-orientierte Programmiersprache für das System entwickelt: Objective-C, eine Mischung aus Smalltalk und C.

Besonders die visuelle Entwicklungsumgebung sorgte für Aufmerksamkeit: Mit ihr war es möglich die graphischen Bedienelemente mit Hilfe der Maus zu plazieren und mit dem Programm zu verbinden. IBM kaufte die Nutzungsrechte daran für 1 Millionen Dollar, ließ es wohl aber dabei bewenden. Seltsame Leute.

Die Rechner verkauften sich jedoch nur schleppend, so daß NeXT zunächst seine Software auch auf andere Rechner portierte und die Hardwareproduktion schließlich ganz einstellte.

1994 wurde die zugehörige Klassenbibliothek in Zusammenarbeit mit Sun unter dem Namen OpenStep standardisiert. Die Entwicklergemeinde blieb jedoch weiterhin klein, da OpenStep immer noch sehr teuer war: Ca. 4480 Euro kostete die Entwicklerversion 1997. NeXT hatte sich inzwischen darauf eingerichtet ein Nischenprodukt für Großkunden zu vertreiben und mit WebObjects, einer auf Objective-C aufsetzenden Entwicklungsumgebung für Webanwendungen, ein interessantes Programm im Angebot.

1997 wurde NeXT Computer, Inc. von Apple Computer, Inc. übernommen (oder umgekehrt, wie manche meinen), um die Grundlage für Apples neues Mac OS X und der Nachfolger von MacApp zu werden. Das Erscheinungsbild wurde aufgefrischt, Rückwärtkompatiblität mit dem alten Macintosh ergänzt sowie die Möglichkeit statt Objective-C auch Java und C++ zur Entwicklung anzubieten.